Entwidmungsverfahren abgeschlossen: Kauf der Eisenbahnbrücke in Segendorf rückt näher

Christina Nover

Die gesperrte Eisenbrücke zwischen Segendorf und Niederbieber erhitzt seit vielen Jahren die Gemüter. Nun gibt es nach langer Zeit einen ersten Lichtblick: Das eisenbahnrechtliche Entwidmungsverfahren, das die Stadtverwaltung im Juli 2017 beantragt hatte, ist im Januar erfolgreich abgeschlossen worden. Durch die Entwidmung ist nun die Voraussetzung für einen Kauf durch die Stadt Neuwied geschaffen worden. Diese Nachricht sorgt beim Segendorfer Ortsvorsteher Frank Schaback für vorsichtigen Optimismus: „Es ist ein guter erster Schritt“, so Schaback.

Foto: Christina Nover
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Auf Nachfrage bei der Stadt heißt es, dass diese mit dem aktuellen Eigentümer der Brücke in Kontakt steht. Sprecher Erhard Jung sagte gegenüber der Rhein-Zeitung: „Konkretes lässt sich dazu zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht sagen. Wir sind aber zuversichtlich, eine Lösung zu finden.“ Der Erwerb der Brücke wurde bisher durch den mehrfachen Eigentümerwechsel erschwert.

Foto: Christina Nover
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Ursprünglich gehörte sie der Firma Boesner.

Das Unternehmen schloss mit der Amtsgemeinde Niederbieber/Segendorf 1963 einen Vertrag, der es Fußgängern erlaubte, die Strecke zu nutzen. Im Gegenzug musste die öffentliche Hand für die Verkehrssicherheit sorgen. Doch Boesner ging in die Insolvenz und die Nachfolger hießen Textron, Ruia, Whitesell und 2016 schließlich Lamistahl, beziehungsweise LS-Boesner.

Jedes Mal wechselte auch die Brücke den Besitzer, und das Thema stand erst einmal hinten an, schließlich wollte jeder erst einmal die Situation im Werk klären. Trotz der Wechsel gab es von Seiten der Politik mehrere Anläufe in Sachen Brücke. Im Juli 2006 hatte der Stadtrat beispielsweise schon einmal 140.000 Euro für Kauf beziehungsweise Sanierung in den Haushalt eingestellt – Geld, das nie ausgegeben wurde. Mit dem bayrischen Familienunternehmen Lamistahl hofft man vor Ort nun einen Ansprechpartner gefunden zu haben, mit dem die Verhandlungen über den Kauf der Brücke zu Ende geführt werden können.

Gesperrt

Gesperrt ist die Eisenbahnbrücke wegen Baufälligkeit schon seit 2004. Wer heute einen Blick auf sie wirft, der braucht wenig Vorstellungskraft, um zu wissen, dass ein sicheres Überqueren nicht mehr möglich ist: An vielen Stellen schimmert das Wasser der Wied durch die grün gefleckten Bodenplanken und der Stahl scheint Rost angesetzt zu haben. Wie hoch die Kosten für eine Sanierung wären, kann momentan keiner sagen. Schon früher war im Gespräch, die Brücke abzureißen und neu zu bauen oder sie durch eine einfachere Variante wie den „Steg“ zu ersetzen.

Die Brücke wäre vor allem für Segendorfer Kinder von Interesse, die das Schulzentrum in Niederbieber besuchen. Momentan müssen sie dafür größere Umwege auf sich nehmen. „Mittlerweile haben die meisten sich wohl mit der Situation abgefunden, aber es wäre natürlich schön, wenn die Kinder wie früher wieder den direkten Weg nehmen könnten“, meint Schaback. Sein Kollege aus Niederbieber, Manfred Keller drückt den Nachbarn die Daumen. Der Übergang spiele zwar für die Menschen aus Niederbieber eine untergeordnete Rolle, dennoch würde man sich darüber freuen, wenn die Sperrung passé wäre. Keller gibt allerdings zu bedenken: „Entwidmet ist noch nicht gekauft und noch lange nicht saniert. Wir alle wissen, wie leer die Stadtkasse ist, da brauchen wir uns keine großen Illusionen machen.“

 

Von der RZ-Redakteurin Christina Nover

Quelle: Rhein-Zeitung Neuwied

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